Bahnhofstraße – und kein Ende

Seit dem Bau der Umgehungsstraße (Ziegeleistraße) nördlich der Bahn und dem Umbau der Bahnhofstraße kehrt in regelmäßigen Abständen das Thema wieder, wie die unbefriedigende Situation in der Bahnhofstraße verbessert werden kann. So auch der am Dienstag im Gemeinderat behandelte Antrag einer unechten Einbahnstraße (d.h. innerhalb der Bahnhofstraße darf in beiden Richtungen gefahren werden, die Einfahrt ist jedoch nur von einer Seite erlaubt), die nach der Verkehrsschau im Oktober 2019 vorgeschlagen wurde. Wie nicht anders zu erwarten, teilen sich die BürgerInnen in zwei Lagern. Die AnwohnerInnen der Post- und der Goldshaldenstraße (Stellungsnahme und Übergabe von Unterschriftenlisten) sowie der GHV sprechen sich gegen die unechte Einbahnstraße aus. Dass Handlungsbedarf besteht, darin sind sich alle Fraktionen einig, wie der aber konkret aussehen könnte, ist wieder seht differenziert. Laut der Verkehrszählung von 2018 befahren die Bahnhofstraße täglich mehr als 8.000 Fahrzeuge, die Umgehungsstraße sogar fast 12.000 Fahrzeuge. Dies ist nach Prognosen des Verkehrsgutachtens vor 20 Jahren von Herrn Göltz, er rechnete für die Bahnhofstraße für 2020 mit einem täglichen Verkehrsaufkommen von 11.600 und in der Umgehungsstraße mit 4.500 Fahrzeugen, eine erfreuliche Entwicklung, wollte man doch von Anfang an eine Verlagerung des Durchgangsverkehrs auf die Umgehungsstraße.

Unser Fraktionsvorsitzender Herr Köberle machte am Dienstag die Meinung der LMU deutlich. Ihm sei klar, dass das Thema sehr emotional sei („alle Seiten haben ja recht“!), die LMU sich aber einem Versuch einer unechten Einbahnstraße nicht entgegenstellen würde, damit endlich evaluierbare Zahlen erfasst würden und das Thema vom Tisch komme. Die Bedenken der AnwohnerInnen, des GHV und der Verwaltung würden zwar auch von uns geteilt, die LMU habe jedoch keine Lust, das Thema Bahnhofstraße jedes Jahr aufs Neue diskutieren zu müssen. Wichtig sei aber auf jeden Fall, dass wir einen städtebaulichen Ansatz auch im Hinblick auf das Ziegeleigelände bräuchten. Unserer Ansicht nach müsse hier eine begleitende Städteplanung gemacht werden.

Der Wortmeldung eines Ratsmitgliedes einer anderen Fraktion, es wäre zu viel Verkehr in der Bahnhofstraße und es bestehe daher absoluter Handlungsbedarf, schließen wir uns an. Ob ein anderer Vorschlag eines weiteren Ratsmitglieds Ausweichstellen durch Wegfall von Parkplätzen zu schaffen, der große Wurf ist, muss sich durch einen Versuch zeigen. Die Abstimmung, vielleicht auch durch den Appell des Oberbürgermeisters beeinflusst, ergab eine Mehrheit für den Verwaltungsvorschlag, keine probeweisen Einrichtung einer unechten Einbahnstraße zu machen. Damit wurde vielleicht eine Chance vertan, das Thema weg zu bekommen. So sehen wir es wohl in den nächsten Jahren wieder.

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